Hydrological Atlas of Switzerland - Hochwasser Saltina (Schallberg- Brig)
Hydrological Atlas of Switzerland

Tracks along the Water World – Hydrological excursions in Switzerland


 
Dem Sprunghaften – lateinisch «saltare» = «springen» – verdankt die wilde Saltina ihren Namen. Schon für das 14. Jahrhundert sind Überschwemmungen belegt, und auch später «sprang» die Saltina immer wieder über ihre Ufer und richtete Schäden an Bauten und Gütern in Glis und Brig an. Prägend in Erinnerung bleibt indes die Katastrophe vom 24. September 1993 mit zwei Toten und einer Schadenssumme von rund 650 Mio Franken.

Der Exkursionsführer erläutert und illustriert die Wechselbeziehungen und Zusammenhänge zwischen Niederschlag, Abfluss, Hochwasser und Überschwemmung. Er diskutiert die Entstehung und den Ablauf der Saltina-Hochwasser, die besondere Bedeutung des Geschiebes sowie die seit 1331 nach und nach verwirklichten Schutzmassnahmen. Diese Themen können an fünf Halten auf der 6.5 km langen leichten Wanderung zwischen dem Startort Schallberg und dem Ziel in Brig erlebt werden.


 
Themen des Startorts Schallberg sind das Einzugsgebiet der Saltina und generell die Entstehung von Hochwassern. Die Wanderung zum Halt 1 folgt hauptsächlich dem Stockalperweg, am rechten Ufer der Saltina hoch über der tiefen und engen Saltinaschlucht. Beim Halt 1 eröffnet sich eine fantastische Sicht auf die weit unten eingeschnittene schlängelnde und noch praktisch unberührte Saltina. Thema dieses Halts sind die Starkniederschläge und Abflüsse vom September 1993 und Oktober 2000, die zu den grössten Hochwassern der letzten 130 Jahre geführt haben. Für Saltina-Hochwasser sind ergiebige Starkniederschläge notwendig; für den Verlauf und die Schäden spielen noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle. Im Fall der Saltina ist das Geschiebe zentral: das Thema des Halts 2. Von dort aus blickt man in einen Geschieberückhalteraum im Unterlauf der Saltina im Grindji. Dieser Rückhalteraum wurde 1994 durch die Entnahme von 100 000 m3 Material geschaffen. Er dosiert den Geschiebeeintrag in den Saltinakanal, dessen Transportkapazität für Geschiebe begrenzt ist. Diese Dosierung übernehmen zwei flache Dosierstrecken im Rückhalteraum. In diesem ganz und gar unspektakulär aussehenden, aber sehr wirksamen Rückhalteraum kann sich im Hochwasserfall Geschiebe ablagern. Der Exkursionsführer macht klar, wie ein solcher natürlich aussehender Rückhalteraum funktioniert und wieso hier ein solcher Rückhalt für die Sicherheit von Brig und Glis unumgänglich ist.

Der Exkursionsführer empfiehlt einen Abstecher ins landschaftlich reizvolle Grindji bis zum Ausgang der eigentlichen Saltinaschlucht. Diese Route folgt der Wässerwasserleitung «Unteri Brigeri», durch die nach wie vor die Güter der Briger Landwirte bewässert werden. Besonders interessant sind dabei der Ausbau der Fassung als Schöpfbuhne und die Sandfänge.

Brig und Glis liegen teilweise auf dem Schwemmkegel der Saltina. Die Veränderungen auf diesem Schwemmkegel seit dem 17. Jahrhundert sind im Exkursionsführer durch Abbildungen und Fotos illustriert und können vom Halt 3 aus nachvollzogen werden. Die Saltina floss bis 1875 auf einer Breite von 50 bis 200 m zwischen Wehrmauern, die bereits nach dem grossen Ereignis von 1331 gebaut wurden und immer wieder unterhalten und erneuert werden mussten. Im Zuge der 1. Rottenkorrektion und des Baus der Eisenbahn aus Westen bis Brig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Saltina in ein rund 10 m breites Korsett – den Saltinakanal – gelegt. Die Wanderung folgt nun entlang dieses Saltinakanals bis zur Saltina-Hubbrücke, der wohl bekanntesten Schutzmassnahme (Halt 4). Im Bereich der Hubbrücke können sich im Extremfall mehrere Meter Geschiebe ablagern. An gleicher Stelle überspannte eine 50 m lange Drei-Bogen-Brücke die Saltina über 300 Jahre lang (16. bis 19 Jahrhundert), deren Öffnungen immer wieder eingeschottert wurden und Wasser deswegen ausuferte. Auf dem Weg zur Hubbrücke zieht man an weiteren mobilen Brücken und Stegen vorbei, die im Hochwasserfall entfernt werden. Besonders erläutert werden anschliessend die sogenannten verschalten Brücken.

 

Aktualisierungen 2.3 (Stand 05.2018)

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